Die Alibi Ausländer

Hier ein Repost aus der Berlin Femme Mafia Facebook Seite:

Statement zum offenen Treffen des t*CSD zum Umgang mit rassistischen Vorfällen

Am Samstag, den 18.05.2013 fand im SO36 die Soli-Party für den transgenialen CSD statt. Bei diesem Event wurden auf der Bühne rassistische Bezeichnungen unter anderem das N-Wort verwendet. Die Orgagruppe des t*CSD wusste bereits vor dem Auftritt um den rassistischen Inhalt der Performance, entschied sich aber leider dafür den Ton leiser zu drehen, was im Endeffekt technisch missglückte, anstatt die Performance komplett zu streichen.

Dies zeugt von einem massiven Fehlen notweniger Awareness gegenüber rassistischer Strukturen innerhalb der Queerszene und des angebrachten Umgangs damit. Diese Strukturen ermöglichen überhaupt solche rassistischen Vorfälle.

Positiv bewerteten wir das sehr schnelle öffentliche Statement, in welchem das Orgateam ihre Versäumnisse einräumte und sich entschuldigte. Diese Einsicht wurde jedoch erst durch die Intervention aus dem Publikum bei dem Auftritt selbst ermöglicht.
Gleichzeitig wurde für morgen, den 23.05. eine öffentliche Podiumsdiskussion anberaumt. Auf diesem Treffen sollte inhaltlich folgendes thematisiert werden: „für uns geht es vielmehr darum handlungsstrategien (weiter) zu entwickeln, im mgang mit rassistischen äußerungen/handlungen. unter anderem auch auf email listen und anderen online-foren.“ (Zitat von der t*CSD Facebook Seite)

Nachdem zuerst die weiße Moderatorin Doris Liebscher zugesagte hatte, wurde dann eberfalls Natasha A. Kelly für die Moderation angefragt. Jedoch nicht vom Orgateam selbst, sondern über Doris Liebscher. Dies war bereits der erste Fehler. Natsha A. Kelly erkläre sich bereit dazu unter der Voraussetzung nicht die einzige Schwarze auf dem Podium zu sein und somit als „Alibi-Schwarze“ zu fungieren. Zudem war Natasha A. Kelly wichtig, dass diese Person queer ist, da es um Rassismus in queeren Zusammenhängen geht. Hier war der zweite Fehler, dass das Orgateam selbst nicht die Notwendigkeit erkannte eine Schwarze queere Person auf dem Podium zu haben. Natasha A. schlug Priscila da Silva vor. In diesem Gespräch kam auch die Frage auf ob Nadi, eine queere PoC/Romni bereits angefragt und eingeladen wurde. Dies wurde verneint.

Priscila als auch Natasha A. erklärten daraufhin, dass sie nur teilnehmen würden, wenn Nadi, welche seit nun 2,5 Monaten extrem aktiv ist, strukturelle rassistische Fakten zu benennen und sich auch selbst dabei als Zielscheibe heftigster rassistischer, sexistischer und klassistischer Anfeindungen aussetzte sowohl auf der Genderliste als auch auf der Mutvilla Facebookseite und nun auch auf der Facebookseite des t*CSD. Nadi machte sich die Arbeit, schrieb die rassistischen Kommentare aus der Facebookseite raus und schickte sie über die Genderliste und an die Orgagruppe des t*CSD. Vor allem auch deshalb, da es in extremer Häufigkeit zu antiromaistischen Äußerungen kam. Es wurde immer öfter die rassistische Fremdbezeichnung „Zigeuner“ in verschiedenen Post genannt. Zudem wurde sie bei der Benennung von Weißen als weiß auch von der DJ Marie Leao der t*CSD-Party als „rassistisch“ bezeichnet (auf der t*CSD Facebook Seite).

Bereits am 07.05.2013 wurde nach dem extrem ausufernden Rassismus auf der Genderliste und der Mutvilla Facebookseite die Veranstaltung „Rassismus im Berliner Queeren Netz“ von verschiedenen Menschen organisiert ( https://www.facebook.com/events/571877196177706/ ). Dabei wurden klare Forderungen und Wünsche von PoCs, Schwarzen und Rroma benannt. Eine der Forderungen an Weiße war Macht und Plätze auf dem Podium abzugeben.

Es kam zur Abstimmung innerhalb des t*CSD-Orgateams, ob Nadi eingeladen werden sollte. Die Mehrheit entschied sich dagegen und somit wurde Natsha A. Kellys und Priscials einziger Forderung nicht nachgekommen, diejenige einzuladen, die durch ihre Intervention den Anstoß zur aktuellen Diskussion über Rassismus in der Queerszene gab und den Diskurs am Leben erhielt.

Die Begründung Nadi nicht einzuladen war folgende: Die t*CSD-Orgagruppe hätten schon eine Person of Color für die Veranstaltung, daher werde Nadis Anwesenheit als nicht notwendig empfunden. Dieses erneute rassistische Handeln und Ausüben weißer Macht fördert weiße Dominanzstrukturen in der linken Queerszene.

Das t*CSD Team nahm damit in Kauf, dass Natasha A. und Priscila als auch Nadi morgen nicht anwesend sein werden. Ihre Stimmen werden also bereitwillig ignoriert und ganz bewusst erstickt, vom mehrheitlich-weißen Orgateam.

Das ist ein Hohn wenn man bedenkt, um was es bei dem Event gehen soll, nämlich darum,
rassistische Strukturen aufzubrechen und einen besseren Umgang mit rassistischen Vorfällen innerhalb der weiß-dominierten Queerszene entwickeln zu können. Liebes (mehrheitlich weißes) t*CSD Orgateam, dafür braucht es mehr als nur eine „Albi-PoC“!

Eine weitere weiße, gewaltvolle Strategie tritt hier zutage, nämlich die Vereinnahmung des Widerstandes von PoC, Schwarzen und Rroma, die trotz massiver Verletzungen sich diesen Angriffen aussetzten. Jetzt versucht das (mehrheitlich-weiße) Orgateam, den Credit zu kriegen für etwas was nur durch den starken Widerstandswillen von Schwarzen, PoC und Rroma Queers möglich war.

Wir lehnen solch heuchlerische Versuche ab, sich den Widerstand von queeren PoCs und Schwarzen anzueignen und wissentlich jene auszuschliessen, die diesen Kampf ausfechten!

So bleiben weiße Räume weiß, da die Stimmen von queeren PoC und Schwarzen Queers von weißen Queers nicht gehört werden! Durch solch ein Vorgehen kann Rassismus innerhalb der Queerszene nicht bekämpft werden!

Unter solcher weißer Machtausübung kann keine adäquate Auseinandersetzung mit rassistischen Vorfällen innerhalb der Queerszene stattfinden und auch keine Lösungsvorschläge zur Zerstörung weißer Strukturen in der Queerszene entwickelt werden!

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Priscila da Silva, Nadezda, Eliah, Cash,Clara Thoms, Sabto, sAn, Jen, Peer, Ele

Leider wieder mal nichts neues 😦

Cheers,

La Femmeinista

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About femmeinista

FU Berlin student (Romance phil./ Pol. Sci.) Interested in social media, gender issues,make up, politics, photo & geeky stuff.Blogging under @femme_inista

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